Zwei Liter Wasser am Tag? Mit mir nicht!

Du hörst und liest es überall: viel trinken! Zwei Liter mindestens, je mehr desto besser! Klebe dir einen Post it an den PC oder sonst wohin, damit du es nicht vergisst! Beim Friseur, beim Arzt, im Kosmetikstudio- überall gibt es etwas zu trinken. Und dann die Flaschen mit dem Nuckeldeckel, so dass du bitteschön auch unterwegs jederzeit trinken kannst.

Ich mach da nicht mehr mit!

Wieso? Nun, ich habe das auch versucht. Zwei Liter am Tag. Ich weiß ja nicht wie dir es geht, aber ich fand es erstens doof mir immer ausrechnen bzw. zusammenzählen zu müssen wie viel ich getrunken habe. Zweitens fällt mir das schwer. Außerdem fühlte ich mich irgendwie gemaßregelt und hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich es irgendwie nicht geschafft habe.

Oft habe ich mir abends die Getränke eingeholfen, weil ich es tagsüber nicht geschafft habe. Mit der Konsequenz, dass ich nachts das WC aufsuchen musste. Fand ich irgendwie auch nicht so toll.

Woher kommt nur um Himmels Willen diese Empfehlung? Wenn der Mensch, in dem Fall ich, sich quälen muss, die vorgegebene Menge Flüssigkeit zu sich zu nehmen, kann doch da etwas nicht richtig sein. Welches Labor, welche Wissenschaft weiß es besser als die Natur?

Hat die Evolution einen Fehler gemacht, als sie dem Menschen das Durstgefühl gab? Laut Empfehlungen von Ernährungsberatern, Fitnesscoaches, Ärzten und der vielen Zeitschriften, Ratgebern usw. ist es eine Katastrophe, wenn der Durst sich meldet. Aber wozu ist der denn da? Ist Durst nur etwas, was in den armen Ländern vorkommen darf?

Wie ist denn das mit Tieren? Wann trinken die? Verdursten die eigentlich, wenn an den Bäumen kein Post it klebt, um sie an das Trinken zu erinnern? Oder der Ernährungsberater mit der Peitsche hinter ihnen steht und ihnen sagt, dass sie jetzt endlich mal trinken mögen?

Es geht auch ohne diese Regel. Ich verdurste nicht und fühle mich auch nicht in meiner Leistungsfähigkeit gemindert, weil ich keine zwei Liter am Tag trinke. Entgegen jeglicher Detoxempfehlung! Das ist ja das neue Schlagwort! Entgiften- geht u.a. nur über viel trinken!

Nicht mit mir!

Es ist doch so, die Flüssigkeit die wir zu uns nehmen, muss aktiv von den Nieren ausgeschieden werden. Das ist Arbeit für unseren Körper! Es ist ja nicht so, dass die Niere ein Sieb ist, wo die Flüssigkeit einfach so durchfällt. Das ist aber sehr häufig die  allgemeine Vorstellung. Die Niere muss sich das Wasser jeden Tropfen ganz genau anschauen und entscheiden, wie sie die Inhaltsstoffe weiter verarbeitet oder weiter leitet.

Stiftung Warentest hat verschiedene Wässer geprüft und ist zu unheimlichen Ergebnissen gekommen. Unerwünschte Spuren aus der Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser. Mal abgesehen von den Plastikflaschen, die nicht zu einem natürlich gesundem Leben gehören! Laut Stiftung Warentest fließt das meiste Wasser aus den Plastikflaschen der Discounter, die Mineralbrunnen haben das Nachsehen.

Der Mineralwasserumsatz ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. 1970 tranken wir noch 12,5 Liter pro Kopf und Jahr, so waren es 2016 ca. 148 Liter.

Wer hat eigentlich etwas von dem Verkauf eines elementaren Guts, welches Mutter Natur uns ja einfach so zur Verfügung stellt?  Die Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Ein Großteil der Flüssigkeit, die mein Körper benötigt, zieht er sich aus der Nahrung. Ich esse natürlich gesund, d.h. viel Naturbelassenes wie Salate und Frischkornmüsli. Gemüse und Obst enthält in roher Form schon eine ganze Menge Wasser. Da muss ich nicht noch einen „Eimer“ hinterher schütten.

Ansonsten trinke ich Leitungswasser, gern mit Steinen. Kostet nichts extra und ich muss es auch nicht schleppen.

Wässrige Grüße,

Deine Annett

 

 

3 Kommentare zu “Zwei Liter Wasser am Tag? Mit mir nicht!

  1. Das ist wirklich sehr interessant!!!

  2. Moin, Frau Hansen,
    ich bin Klempner und weiß wie alte Leitungen aussehen, die sind voll von Kalk und Partikel in schlammiger Ablagerung. Also mindestens sollte man das Wasser zum trinken filtern. An weitere Reste unserer Zivilisation, von Hormonen bis Agrarchemie und Pharmazeutika will ich gar nicht denken.
    Nimm mal ein Glas Regenwasser oder aus einem Bach, also natürlichen vorkommend und ein Glas vom Wasserhahn. Stell die Gläser einen Tag ins Licht und dann entscheide was du lieber trinken möchtest. Tip: schau dir den Glasboden an.
    Und wenn man sich diese Alten Rohre so voll Ablagerung ansieht, kommt mir gleich der Körper mit seinen Mengen an Leitungen in den Sinn und gewisse logische Vermutungen zum Thema Verkalkung und Ablagerungen als Ursache verschiedenster Erkrankungen.
    Gruß Marco

    • annett.hansen

      Hallo Marco, das Experiment werde ich machen. Mit gefiltertem und Mineralwasser habe ich das schon einmal gemacht. Ich habe nur den Brita Filter verwendet und musste feststellen, dass beide Wasserproben eine dicke feste weiße Schicht im Glas hinterließen. Über einen anderen Filter verfüge ich (noch) nicht, ist aber ein Thema. Ich werde im Blog über das Ergebnis des Testes schreiben : ).
      Vielen Dank für Deinen anregenden Kommentar! Viele Grüße, Annett

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