Deine Haut und Eiweiß - eine Hassliebe

Deine Haut und Eiweiß- eine Hassliebe

Was Hautprobleme mit deiner Eiweißernährung zu tun haben

Wir sind eiweißbesessen.

Schon in der Kindheit geht es los.
Trink Milch! Iss Fleisch, damit du groß und stark wirst.
Wer kennt das nicht?

Dabei unterliegen wir einer mächtigen Propagandamaschinerie!

Was du über Eiweiß im Allgemeinen wissen solltest

Eiweiße sind zusammengesetzt aus so genannten Aminosäuren. Ca. 20 verschiedene.
Acht davon sind essentiell. Heißt: lebensnotwendig und kann der Körper nicht selbst herstellen.

Müssen also dringend über die Nahrung zugeführt werden.
Ansonsten Fehler in der „Matrix“ : ).

Die Aminosäuren sind wie die 25 Buchstaben unseres Alphabetes. Aus denen kann eine unbegrenzte Zahl an Wörtern und Sätzen entstehen. 
So funktioniert das auch mit den Eiweißen.

Unser roter Blutfarbstoff besteht aus ca. 600 Aminosäurekombinationen. Viele Eiweiße bestehen auch aus mehr als 4000 Kombis!

Fleisch und Milch macht stark?

In den 40er Jahren ging die Mär über das ach so wichtige Eiweiß los.

Ernährungsforscher entdeckten ein Aminosäuremuster, welches besonders wichtig für das Rattenwachstum war. Die Zusammensetzung entsprach in etwa dem eines Ei-Eiweißes. 

Eigentlich war diese These damals nur eine vorübergehende Hypothese. Aber offensichtlich die Einzige, die sich einigermaßen mit Hilfe von Laborversuchsergebnissen rechtfertigte.

Für amerikanische Eierproduzenten war sie ein Geschenk des Himmels. Endlich der wissenschaftliche Beweis für das Ei als ideale Eiweißquelle! Die Propagandamaschine ging in die Vollen.
Milch- und Fleischindustrie sowie alle anderen Erzeuger tierischer Produkte sprangen auf diesen Zug auf.

Da kann die Kasse ja klingeln.

Wir unterliegen noch heute dem weit verbreiteten Urteil, dass tierisches Eiweiß höherwertig sei. Weil Gemüse, Obst und Salat bestimmte Aminosäuren fehlen. In etwa so wie im Alphabet. Fehlt der Buchstabe „e“ kann man das Wort „Kleinigkeit“ nicht bilden.

In diese Kerbe schlug ungewollt ein Buch von Frances Moore Lappe von 1978 „Die Öko-Diät: Wie man mit wenig Fleisch gut ißt und die Natur schont“. Sie beschrieb ein kompliziertes Ergänzen von Gemüse, Salat und Obst, um den ultimativen Standard der Ei-Aminosäurezusammensetzung zu erreichen. Das Ganze ohne Zweifel an der Übertragbarkeit der Ei-Eiweißthese auf den Menschen bzw. dessen Stellenwert als Maß aller Dinge.

Folge für die tägliche Zusammenstellung der Nahrung: akribisches Prüfen der Aminosäurezusammensetzung des Gemüses anhand von Listen und entsprechendes Ergänzen anderer Gemüse/Obst/Salate.

Alias Aminosäurepuzzle.

Irgendwie wie das Tracken von Kalorien.

Aufwendig. Zeitraubend. Unmotivierend.

Und Angst erzeugend.

Angst davor, nicht genügend hochwertiges Eiweiß zu verzehren. Weil nur das tierische Eiweiß das non plus ultra ist.
So auch heute noch unterrichtet in den Schulen…

1982 rückte sie ihre Einschätzung aber bereits wieder zurecht: “Bei einer gesunden abwechslungsreichen Ernährung ist diese Sorge um das Kombinieren von Eiweiß für die meisten von uns nicht notwendig.“

Eine Forschergruppe der Harvard Universität schrieb: „Es ist ausgesprochen schwer, eine aus diversen pflanzlichen Produkten bestehende Kostform so zusammenzustellen, daß dabei ein ernstzunehmender Verlust von Körpereiweiß auftritt. Dies wäre nur dann möglich, wenn man sich vorwiegend von Haushaltszucker, Marmelade oder sonstigen praktisch eiweißfreien Nahrungsmitteln ernährt.“

Die Natur hat bestens dafür gesorgt, dass wir mit ausreichend Eiweiß versorgt werden. Vorausgesetzt wir verzehren Lebens- statt Nahrungsmittel!

Sehr interessanter Fakt!

Haut und Haartest

Gekochtes und gebratenes Eiweiß gut für deine Haut und Haare?

Ein umstrittener Katzenfütterungsversuch von Pottenger sei hier angeführt. Katzen, die mit Rohmilch und rohem Fleisch gefüttert wurden entwickelten sich normal. Mit pasteurisierter (erhitzter) Milch als Hauptkost reagierten sie mit verminderter Gebärfähigkeit und Knochenveränderungen. Die Männchen starben nach ca. 2 Monaten. 

Auch Prof. Dr. Werner Kollath bestätigte diese These im Rahmen seiner Vitaminforschung.

Ist das übertragbar auf den Menschen?

Keine Ahnung.

Die Reihenfolge der Aminosäuren bei rohem und gekochten oder gebratenem Eiweiß ist im Übrigen dieselbe, aber durch die Hitze gehen Strukturen verloren.

Hää?

Stell Dir ein Eiweiß wie eine Perlenkette vor. Die Perlen sind die einzelnen Aminosäuren in verschiedenster Anordnung. Die Reihenfolge der Aminosäuren ist genetisch festgelegt und für jedes Eiweiß spezifisch. Diese Perlenketten-„Form“ nennt sich Primärstruktur und ist sozusagen das „Rückgrat“ der Eiweißmoleküle.

Die Ketten von Aminosäuren liegen nun nicht lose im Körper, sondern müssen „Platz sparend“ verpackt werden. Warum? Weil die Aminosäureketten schon mal aus bis zu 1000 „Perlen“ bestehen können. 

Dafür bilden sie dreidimensionale Strukturen.
In der so genannten Sekundärstruktur legt sich die Perlenkette entweder in Falten (vorstellbar wie ein gefaltetes Blatt) oder in eine Helix (sieht in etwa aus wie eine Korkenzieherlocke). 

Das war es aber noch nicht!

Faltblatt und Helix schwirren nicht solo im Körper herum. Sie leben bildlich gesprochen in einer „Ehe“.
Aber nicht nur mit einem Partner sondern durchaus mehreren.
Diese Verbindungen aus mehreren Spiralen und Faltblättern sehen entweder kugelig aus oder faserförmig. 
Das sind ganz komplexe Gebilde, die auch als Tertiärstruktur bezeichnet werden.
Erst in dieser Form können sie eine biologische Funktion in deinem Körper übernehmen. 
Solche „Eiweißkugeln“ findest du z.B. in Milch, Fisch, Ei, aber auch in Getreide.
Aus faserförmigen Eiweiße bestehen z.B. deine Haare und deine Haut. 

Dann gibt es aber noch „Streber“!
Die wollen noch mehr.
Hier verbinden sich nun verschiedene Tertiärstrukturen miteinander, also „Kugeln“ mit „Fasern“ oder „Kugeln“ mit „Kugeln“ usw. 
So eine Quartiärstruktur findest du in Hämoglobin. Deinem Blutfarbstoff. 

Kommen wir auf den oben genannten Punkt noch einmal zu sprechen.
Ab ca. 42°C werden Quartiär, Tertiär- und Sekundärstruktur zerstört.
Es bleibt einzig die Primärstruktur- die Perlenkette- zurück.
Außerdem sind ehemals vorhandene Enzyme, die in einem rohen eiweißhaltigen Lebensmittel damit auch exikutiert.
Das ein oder andere Vitamin hat bei der Wärme auch das Weite gesucht.  

Bleiben wir bei deiner Haut. Sie besteht aus lebendigem Eiweiß.

Naja- genau genommen die Hornschicht ja nicht. Aber fass doch mal mit deinen Finger auf eine heiße Herdplatte. Muss nicht 230°C haben- 60°C reichen schon.

Sag mir, was von deiner Haut noch übrig ist. Und jetzt erklär mir, wie das noch eine lebendige Aufgabe im Körper übernehmen soll.

Du kannst darüber denken, was du magst. 
Für mein Verständnis ist es sonnenklar.
Lebendiges kann nur aus Lebendigem entstehen und nicht aus Totem.

Milch für alle = der Burner?

Tja- wachsen wollen wir mit 30 oder 40 Lenzen ja eigentlich nicht mehr, oder?

Warum trinken wir dann aber Milch oder essen Milchprodukte?

Milch ist kein gewöhnliches Nahrungsmittel! Die Natur hat ihr einen biologischen Auftrag gegeben. Der heißt: nach der Geburt beim Mensch oder Tier Wachstum erzeugen. Passiert mittels sogenannten IGF-1. Das ist ein Wachstumsfaktor und ähnelt unserem Hormon Insulin. Dieser wird durch in der Milch enthaltene Signalsysteme angeregt. 
Bedeutet: Zellwachstum, wo nichts mehr wachsen sollte. Diese IGF-1 ist im Übrigen auch als Akneauslöser bekannt….

Aber die Milch hat noch mehr im Gepäck. Mikro-RNA. Regulatoren in der Größe vergleichbar mit Nanopartikeln, die unsere Gene regulieren und modifizieren können.
Früher tranken die Menschen rohe Milch von einer oder zwei Kühen. Heute ein Mix aus was weiß ich wie vielen.

So individuell jeder einzelne Mensch, so auch jede Kuh.
So auch ihr Eiweiß. Ganz spezifisch, individuell wie ein Fingerabdruck.
Schreit doch irgendwie nach Überforderung unseres Immunsystems.
Ein unüberschaubarer Eiweißmix mit tausenden spezifischer individueller „artfremder“ Fingerabdrücke, der eine Abwehr förmlich provoziert. Z.B. In Form von Allergien. 

Und ganz ehrlich: Trinkt ein Löwe üblicherweise Milch von Hasen?

Nö.

Schon gar nicht im Erwachsenenalter. Erst recht nicht in rauen Mengen.
So wie wir. In Form von Milch, Molke, Quark, Joghurt, Käse.
Mamas brauchen sich also nicht mehr darüber wundern, wenn ihre Babys beim Umstellen von Mutter- auf Kuhmilch so genannten Milchschorf bekommen.
Ein Versuch der Haut etwas Fremdes los zu werden. 
Milchschorf schon bei der Geburt des Babys deutet meines Erachtens durchaus darauf hin, dass die Mama ein guter Milch- und Milchprodukteverzehrer ist.

Viele Neurodermitiker- mich eingeschlossen- wissen: nach einiger Zeit ohne Milch- und Milchprodukte bessert sich der Hautzustand deutlich.

Du musst mir nicht glauben.

Versuch macht klug. Probier es einfach selbst aus.

Aber „nur“ Milch- und Milchprodukte zu reduzieren und weiterhin Fleisch, Wurst, Eier und Fisch zu essen ist aus meiner Sicht auch nicht die Lösung!
Alles ist „artfremd“.

Denken wir an die Muttermilch.

Was kann die? Innerhalb kürzester Zeit wachsen und gedeihen die Babys wunderbar.

Wieviel Eiweiß enthält sie?

Ca. 2%.

Nicht 40%, nicht 50%.

Und dann noch roh.

Aus meiner Sicht ein Master Desaster, Babys nachgemachte Muttermilch in Fabriken zusammengezimmert zu verabreichen.
Die Muttermilch ist unerreicht!

Ohne tierisches Eiweiß geht es nicht?!

Es gibt einige Urbevölkerungen, die fast ohne Fleisch auskommen.

Ich denke da an Neuguinea.

Batatenfresser werden die Bewohner genannt.
Bataten sind Süßkartoffeln. 80-90% ihrer Nahrung besteht aus ihnen.
Auf Steinen erhitzt. Enthalten ca. 0,5% Eiweiß. Fleisch im Übrigen 20%.
Ansonsten gibt es Nüsse, Zuckerrohr (roh- nicht bearbeitet!!), Sprossen, junge grüne Blätter, Bananen, Palmenmark usw. Meistens roh. 
Die Schweine werden ebenfalls mit Bataten gefüttert. Einmal im Jahr geschlachtet und im Rahmen eines Festes verzehrt.
That`s it. 

Selbst die frühen Muskelpakete- die Gladiatoren- bekamen mit pflanzlicher Nahrung fette Muckis.

Geht also auch mit weniger.

Die Chinastudie liest sich wie ein Krimi. Kann ich dir nur empfehlen. Sie beschreibt noch viel weiter gehende Zusammenhänge zwischen dem hohen Verzehr von tierischem Eiweiß und anderen Krankheiten wie Krebs.

Haut und Haartest

Dein Darm und deine Haut

Er ist ja neuerdings das Thema schlechthin u.a. auch für Menschen, die mit Hautproblemen zu kämpfen haben.

Dabei ist das so ein alter Hut!

Bestätigt haben soll sich in den letzten Jahren, dass Menschen mit schweren Hautproblemen ein Ungleichgewicht der Bakterienflora im Darm haben.

Aber was ist denn bitte ein Ungleichgewicht der Darmflora?
Wer legt fest, wie genau das individuell bei einem Menschen aussieht?
„Was genau ein gesundes Mikrobiom ist, ist tatsächlich weitgehend unklar“, kommentierte Elisabeth Bik, Mikrobiologin an der Stanford University in einem Review 2016.

Das bei afrikanischen Jäger-Sammler-Kulturen andere Darmbewohner als in meinem deutschen Darm zu finden sind, ist mir persönlich ziemlich logisch.
Anderer Kontinent, andere Umweltbedingungen, andere Gene, andere Lebensgewohnheiten, andere Essgewohnheiten.

Und das ist sie auch, die Kombi, die aus meiner Sicht verantwortlich für unser inneres Darmleben ist.

Einfluss hast du mit deinen Lebensgewohnheiten. Stress ist z.B.ein „Darmbakterienkiller“. 

Mit deiner Ernährung drehst du aus meiner Sicht am effektivsten an der Zusammensetzung deines Darmvolkes. 

Tierische Produkte „verfaulen“ im Darm, pflanzliche „vergären“. Je nachdem, welche Nahrung vorherrscht, lassen diejenigen Bakterien vermehren, die für diese Art der Nahrung nötig sind.

Für Hautprobleme sind weniger vorhandene Laktobazillen oder Bifidobakterien der Stein des Anstoßes. So hab auch ich Stuhl-und Blutanalysen von mehr als 1000 Euro machen lassen, um zu sehen, dass ich von der Norm geringfügig abweiche. Aber wer legt die Norm fest?

Wie auch immer.

Pfiffige Hautärzte können hier schnell noch ein zusätzliches Behandlungsspektrum in ihr Portfolio integrieren und sich den Stempel „ganzheitlich“ aufsetzen.

Der Markt für Darmbakterien profitiert davon enorm.

Die Milchproduktehersteller übrigens auch.
Denn Milchsäurebakterien sind jetzt „in“.

Dabei lieben diese kleinen Dinger durchaus auch rohes Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und ja- auch Getreide. Vitamin B lässt hier grüßen. Aber kein misshandeltes Getreide in Form von Auszugsmehlen (Typ 405) oder Teilauszugsmehl (Typ 1150) oder Vollkorngetreide, welches gemahlen wochenlang in den Regalen steht.

Und nein- nicht ein halbes Brot am Tag essen.

Aber bleiben wir beim Eiweiß.

Was heißt das jetzt?

Bilde dir selbst ein Urteil und probiere aus.

Ich sage nicht: werde Veganer, so wie ich es vier Jahre war, um meine Hautprobleme zu lösen.
Zwischen vegan und vegan gibt es auch noch große Unterschiede.
Das Ersetzen von tierischem Eiweiß mit Tonnen an Ersatzpräparaten und Eiweißkonzentraten wie Sojaschnitzel, Seitan und Co sind auch ein Zuviel.
Mal ganz abgesehen von den oft vielen „lustigen“ Zusatz- oder Begleitstoffen, ohne die das Produkt gar nicht schmecken würde.

Meine Empfehlung an dich bei akuten Hautproblemen: Setze auf pflanzliches Eiweiß aus z.B. Hülsenfrüchten. Keine Milch oder Milchprodukte, kein Käse, Quark. Joghurt. Keine Wurst oder Fleisch. Und nein: kein Fisch.

Wie lange?

Nun, deine Hautprobleme haben Jahre gebraucht, um sich zu entwickeln.
Gib deinem Körper Zeit.
Vielleicht 3 Monate.
Vielleicht ein halbes Jahr.
Eventuell auch länger.
Jeder ist individuell.
So wie dein Hautproblem.

Nach deutlicher Verbesserung des Hautzustandes: wenig tierisches Eiweiß. Viel pflanzliche Rohkost. 

Hört sich nach Verzicht an? 
Ist es nicht. 
Im Gegenteil!
Eine große Vielfalt erwartet dich!
Freu dich darauf! Deine Haut und Haare werden es lieben!

Natürlich schön gesunde Grüße,

Deine Annett

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